Fassadenputz Arten: Welcher Außenputz passt zu Ihrem Haus?

Wer eine Fassade neu verputzen lässt oder ein Haus baut, steht schnell vor einer langen Liste: Kalkputz, Silikatputz, Silikonharzputz, Kunstharzputz, dazu Scheibenputz, Reibeputz und Kratzputz. Die Begriffe klingen ähnlich, beschreiben aber 2 völlig verschiedene Dinge. Der eine Teil sagt, woraus der Putz besteht. Der andere sagt, wie seine Oberfläche aussieht.

Dieser Ratgeber sortiert die Fassadenputz-Arten nach genau diesen 2 Merkmalen. Er erklärt, wie ein Putzsystem aufgebaut ist, welche Bindemittel es gibt und was sie können, welche Strukturen und Körnungen zur Wahl stehen und welcher Außenputz zu welchem Haus passt, vom Altbau mit Kalkputz bis zur gedämmten Neubaufassade.

Das Wichtigste in Kürze

Fassadenputz wird nach 2 Merkmalen eingeteilt: nach dem Bindemittel (Kalk, Zement, Silikat, Silikonharz, Kunstharz) und nach der Struktur der Oberfläche (Scheibenputz, Reibeputz, Kratzputz und weitere).

Mineralische Putze sind diffusionsoffen und durch ihren hohen pH-Wert von Natur aus wenig anfällig für Algen. Kunstharzputze sind elastisch und schlagregenfest, lassen aber weniger Feuchtigkeit nach außen.

Ein Putz ist immer ein System aus mehreren Schichten. Die Festigkeit sollte von innen nach außen abnehmen, sonst drohen Risse und Abplatzungen.

Die richtige Wahl hängt vom Mauerwerk ab: Altbauten brauchen meist diffusionsoffene, weiche Putze, gedämmte Fassaden einen Oberputz, der zum Dämmsystem passt.

Wie ist ein Fassadenputz aufgebaut?

Ein Fassadenputz ist selten nur eine einzige Schicht. Fast immer handelt es sich um ein Putzsystem aus mehreren Lagen, die aufeinander abgestimmt sind. Jede Lage hat eine eigene Aufgabe, und erst zusammen schützen sie das Mauerwerk zuverlässig vor Regen, Frost und Sonne.

Grundierung und Haftbrücke

Je nach Untergrund wird zuerst eine Grundierung oder ein Spritzbewurf aufgebracht. Sie gleicht das Saugverhalten des Mauerwerks aus und sorgt dafür, dass die folgende Schicht fest haftet. Stark saugende Steine würden dem frischen Putz sonst zu schnell das Wasser entziehen, glatte Untergründe würden ihm kaum Halt geben.

Unterputz

Der Unterputz ist die tragende Schicht. Er gleicht Unebenheiten im Mauerwerk aus, nimmt Spannungen auf und bildet die Grundlage für alles, was folgt. Bei Ziegel- und Kalksandsteinmauerwerk ist ein Kalkzementputz der übliche Unterputz. Auf Porenbeton und Leichtziegeln kommen spezielle Leichtputze zum Einsatz, die auf die weicheren Steine abgestimmt sind.

Oberputz

Der Oberputz ist die sichtbare Schicht. Er bestimmt die Optik der Fassade, also Struktur und Körnung, und hält gleichzeitig Regen, Frost und Sonne direkt ab. Viele Oberputze sind durchgefärbt und kommen ohne Anstrich aus, andere werden anschließend gestrichen. Wie der Oberputz aussieht, beschreiben Begriffe wie Scheibenputz oder Reibeputz, mehr dazu weiter unten.

Armierung bei gedämmten Fassaden

Bei einem Wärmedämmverbundsystem liegt der Putz auf der Dämmung statt auf dem Mauerwerk. Dazwischen sitzt eine Armierungsschicht aus Kleber und eingebettetem Gewebe. Sie verteilt Spannungen und verhindert Risse. Der Oberputz darüber muss zum Dämmsystem passen, weshalb Hersteller hier meist komplette, geprüfte Systeme vorgeben.

Die wichtigste Regel: weich auf hart

Für den Schichtaufbau gilt ein Grundsatz, der vielen Putzschäden vorbeugt: Die Festigkeit nimmt von innen nach außen ab. Der Unterputz ist fester als der Oberputz, und kein Putz sollte härter sein als der Untergrund, auf dem er sitzt. Ein harter Zementputz auf weichem Altbaumauerwerk kann die Bewegungen des Mauerwerks nicht mitmachen. Die Folge sind Risse und Hohlstellen, durch die Wasser eindringt.

Fassadenputz-Arten nach Bindemittel

Das Bindemittel hält die Sandkörner im Putz zusammen und bestimmt, wie sich der Putz verhält: wie viel Feuchtigkeit er durchlässt, wie fest und elastisch er ist und wie anfällig für Algen. Grob lassen sich mineralische Putze und Putze mit organischen Bindemitteln unterscheiden.

Kalkputz

Kalkputz ist einer der ältesten Putze überhaupt und an vielen historischen Gebäuden zu finden. Er ist sehr diffusionsoffen, nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Dabei ist er vergleichsweise weich und passt sich Bewegungen im Mauerwerk gut an. Sein hoher pH-Wert hemmt Schimmel und Algen auf natürliche Weise.

Kalkputz außen passt am besten zu Altbauten mit Bruchstein, altem Ziegel oder Fachwerk und zu denkmalgeschützten Gebäuden. Auf einer stark bewitterten Wetterseite braucht er Pflege, etwa einen Anstrich mit Kalk- oder Silikatfarbe, damit er dauerhaft hält.

Kalkzementputz

Kalkzementputz verbindet die Diffusionsoffenheit des Kalks mit der Festigkeit des Zements. Er ist der klassische Unterputz auf Ziegel und Kalksandstein und wird auch als Oberputz verwendet. Für die meisten Häuser aus den letzten Jahrzehnten ist er der Standard, robust und gleichzeitig offen genug, damit Feuchtigkeit entweichen kann.

Zementputz

Reiner Zementputz ist sehr fest und widerstandsfähig gegen Wasser und mechanische Belastung. Auf der normalen Fassadenfläche ist er für die meisten Mauerwerke zu hart. Seinen Platz hat er am Sockel, wo Spritzwasser, Schnee und Streusalz die Wand stark beanspruchen. Auch dort gilt die Regel weich auf hart: Ein Sockelputz muss zum Mauerwerk passen.

Silikatputz

Silikatputz wird mit Kaliwasserglas gebunden. Er verbindet sich mit mineralischen Untergründen fest und dauerhaft, ist sehr diffusionsoffen und durch seine hohe Alkalität wenig anfällig für Algen und Pilze. Silikatputz eignet sich für mineralische Untergründe und viele mineralische Dämmsysteme. Auf alten Kunstharzbeschichtungen hält er nicht, weil er sich dort nicht verbinden kann.

Silikonharzputz

Silikonharzputz kombiniert 2 Eigenschaften, die sich sonst eher ausschließen: Er ist diffusionsoffen und zugleich stark wasserabweisend. Regen perlt ab, während Feuchtigkeit aus der Wand weiter entweichen kann. Die Oberfläche trocknet nach einem Schauer schnell ab. Silikonharzputz lässt sich auf fast allen Untergründen und auf vielen Dämmsystemen einsetzen und ist an Wetterseiten eine häufige Wahl.

Kunstharzputz

Kunstharzputz, auch Dispersionsputz genannt, wird mit Kunststoffdispersionen gebunden. Er wird fertig angemischt geliefert, ist elastisch, haftet gut und ist besonders schlagregenfest. In fast jedem Farbton lieferbar, ist er bei Dämmsystemen weit verbreitet. Sein Nachteil: Er lässt weniger Feuchtigkeit nach außen als mineralische Putze, und auf schattigen Seiten neigen die glatten Kunststoffoberflächen stärker zu Algenbewuchs. Viele Hersteller setzen deshalb Zusätze gegen Algen zu, die über die Jahre ausgewaschen werden.

Putzart Feuchte nach außen Algen Typischer Einsatz
Kalkputz Sehr gut Wenig anfällig Altbau, Fachwerk, Denkmal
Kalkzementputz Gut Wenig anfällig Unterputz und Oberputz auf Ziegel und Kalksandstein
Zementputz Gering Mittel Sockel und stark belastete Bereiche
Silikatputz Sehr gut Wenig anfällig Mineralische Untergründe und mineralische Dämmsysteme
Silikonharzputz Gut Wenig anfällig, trocknet schnell Wetterseiten, fast alle Untergründe, viele Dämmsysteme
Kunstharzputz Eingeschränkt Anfälliger auf Schattenseiten Dämmsysteme, kräftige Farbtöne

Welche Putzart die richtige ist, entscheidet sich nie allein am Datenblatt. Der Untergrund, das Alter des Hauses, die Lage und ein vorhandener Altanstrich spielen genauso mit. Auf einer Fassade mit altem Kunstharzanstrich lässt sich zum Beispiel kein Silikatputz aufbringen, ohne den Untergrund vorher aufwendig vorzubereiten.

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Zum Fassadenputz

Fassadenputz-Arten nach Struktur

Neben dem Bindemittel entscheidet die Oberfläche, wie eine Fassade wirkt. Die Struktur entsteht beim Auftragen des Oberputzes: durch die Form und Größe der Körner im Material und durch das Werkzeug, mit dem der Handwerker die frische Schicht bearbeitet. Alle strukturierten Oberputze werden unter dem Begriff Strukturputz zusammengefasst. Die wichtigsten Varianten für außen stellen wir hier vor.

Scheibenputz

Scheibenputz ist die häufigste Oberfläche an deutschen Fassaden. Er enthält runde Körner in gleichmäßiger Größe und wird genau so dick aufgetragen, wie das größte Korn ist. Anschließend reibt der Handwerker die Fläche mit einer Kunststoffscheibe in kreisenden Bewegungen ab. Es entsteht eine gleichmäßig körnige, leicht raue Oberfläche ohne Rillen.

Scheibenputz wirkt ruhig und modern, lässt sich gut ausbessern und kommt besonders oft auf gedämmten Fassaden zum Einsatz. Er ist mit nahezu jedem Bindemittel erhältlich, mineralisch wie mit Silikonharz oder Kunstharz.

Reibeputz

Reibeputz, auch Rillenputz genannt, enthält neben dem feinen Material einzelne gröbere Körner. Beim Abreiben rollen diese Körner über die Fläche und ziehen kleine Rillen in den Putz. Je nach Bewegung entstehen senkrechte, waagerechte, kreisförmige oder unregelmäßige Rillen.

Im Raum München ist eine besondere Variante weit verbreitet: der Münchner Rauputz. Er hat unregelmäßige, wurmartige Rillen und prägt viele Häuser aus den Nachkriegsjahrzehnten bis heute. Wer ein solches Haus ausbessern oder neu verputzen lässt, kann diese Struktur nachbilden, damit die Fassade ihren Charakter behält.

Kratzputz

Kratzputz ist eine mineralische Edeloberfläche. Er wird deutlich dicker aufgetragen als Scheiben- oder Reibeputz und nach dem Ansteifen, also wenn er schon angezogen, aber noch nicht ganz fest ist, mit einem Nagelbrett abgekratzt. Dabei brechen einzelne Körner aus der Oberfläche. Zurück bleibt eine matte, offene, fein aufgeraute Struktur mit einem natürlichen, steinartigen Aussehen.

Kratzputz ist sehr robust und langlebig. Durch die dickere Schicht, das Material und den zusätzlichen Arbeitsgang gehört er zu den aufwendigeren Oberflächen. Er braucht Erfahrung, denn der richtige Zeitpunkt zum Kratzen hängt von Wetter, Temperatur und Untergrund ab.

Kellenputz und Spritzputz

Kellenputz wird mit der Kelle angeworfen oder aufgezogen und bewusst nicht geglättet. Die sichtbaren Kellenschläge geben der Fassade einen handwerklichen, oft mediterran wirkenden Charakter. Spritzputz wird mit einer Maschine aufgespritzt und bildet eine gleichmäßig raue, körnige Oberfläche. Beide Varianten sind heute seltener als Scheiben- und Reibeputz, kommen aber bei der Ausbesserung älterer Fassaden immer wieder vor.

Modellierputz

Modellierputz lässt sich frei gestalten. Mit Bürste, Rolle, Schwamm oder Kelle entstehen Fächer, Bögen, Wellen oder ganz eigene Muster. Er eignet sich für Akzentflächen und Häuser mit individuellem Anspruch. Wichtig ist eine einheitliche Ausführung über die ganze Fläche, sonst wirkt die Fassade unruhig.

Glattputz und Filzputz

Glattputz und Filzputz haben eine sehr feine Körnung und werden mit einem Schwammbrett oder Filzbrett nahezu glatt abgerieben. Sie wirken elegant und klar, zeigen aber jede Unebenheit im Untergrund und jede Ausbesserung deutlich. Fein strukturierte Fassaden werden deshalb meist zusätzlich gestrichen, um ein gleichmäßiges Bild zu erhalten.

Edelputz

Edelputz ist keine eigene Struktur, auch wenn der Begriff oft so verwendet wird. Gemeint ist meist ein werksgemischter, durchgefärbter mineralischer Oberputz, der als Kratzputz, Scheibenputz oder Reibeputz verarbeitet werden kann. Der Vorteil der Durchfärbung: Kleine Beschädigungen fallen weniger auf, weil darunter dieselbe Farbe sitzt.

Körnung: fein oder grob?

Die Körnung gibt in Millimetern an, wie groß die größten Körner im Oberputz sind. Bei Scheiben- und Reibeputzen sind Körnungen von 1 bis 3 Millimetern üblich, 2 Millimeter gelten vielerorts als Mittelweg.

Feine Körnung wirkt ruhig und elegant. Sie zeigt allerdings Unebenheiten im Untergrund und Ausbesserungen stärker.

Grobe Körnung wirkt lebendiger und kaschiert kleine Unebenheiten. Sie bietet Schmutz und Bewuchs aber auch etwas mehr Halt, weil die Oberfläche größer und rauer ist.

Bei gedämmten Fassaden geben viele Hersteller eine Mindestkörnung vor, weil der Oberputz eine gewisse Schichtdicke braucht, um Spannungen aufzunehmen. Bei der Ausbesserung einer bestehenden Fassade richtet sich die Körnung nach dem Bestand, damit die Reparatur später nicht auffällt.

Farbe und Hellbezugswert

Gerade bei gedämmten Fassaden spielt auch der Farbton eine Rolle. Der Hellbezugswert gibt an, wie viel Licht eine Farbe zurückwirft, von 0 für Schwarz bis 100 für Weiß. Dunkle Töne heizen sich in der Sonne stark auf, und die dünne Putzschicht auf der Dämmung dehnt sich dabei stärker aus. Viele Hersteller geben deshalb für ihre Dämmsysteme einen Mindest-Hellbezugswert vor, häufig um 20. Wer einen dunklen Farbton möchte, braucht dafür geeignete Spezialprodukte.

Welcher Außenputz passt zu welchem Haus?

Die Frage, welcher Putz für außen der richtige ist, lässt sich nur mit Blick auf das konkrete Haus beantworten. Diese Übersicht zeigt die häufigsten Fälle.

Altbau mit Kalkputz, Naturstein oder Fachwerk

Ältere Gebäude haben oft weiches Mauerwerk und alte Kalkputze, die Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Hier gehört wieder ein Kalkputz oder ein sehr diffusionsoffener mineralischer Putz auf die Wand. Harte Zementputze und dichte Kunstharzputze sperren die Feuchtigkeit ein. Die Folge sind Abplatzungen, Salzausblühungen und im schlimmsten Fall feuchte Innenwände. Wie man einen geschädigten Altbauputz fachgerecht instand setzt, beschreibt unsere Seite zur Fassadensanierung.

Ziegel und Kalksandstein

Für die meisten Häuser aus Ziegel oder Kalksandstein ist ein Kalkzementputz als Unterputz der Standard. Als Oberputz kommen mineralische Putze oder Silikonharzputze infrage, je nachdem, ob die Fassade durchgefärbt oder gestrichen werden soll und wie stark sie bewittert ist.

Porenbeton und Leichtziegel

Porenbeton und moderne Leichtziegel sind weicher und dämmen selbst. Sie brauchen Leichtputze, die auf genau diese Steine abgestimmt sind. Die Steinhersteller geben dafür meist passende Putzsysteme an. Ein zu fester Putz würde auf diesen Untergründen reißen.

Gedämmte Fassade mit WDVS

Auf einem Wärmedämmverbundsystem bestimmt der Systemhersteller, welche Putze zugelassen sind. Üblich sind Silikonharzputze, mineralische Putze und Silikatputze, für kräftige Farbtöne auch Kunstharzputze. Weil gedämmte Fassaden nachts stark abkühlen und dabei Tauwasser auf der Oberfläche entsteht, ist ein Putz, der schnell abtrocknet oder durch seine Alkalität Algen hemmt, hier besonders sinnvoll. Mehr zum Aufbau lesen Sie auf unserer Seite zur Fassadendämmung.

Sockel

Der Sockel ist die am stärksten beanspruchte Zone am Haus. Spritzwasser, Schnee, Streusalz und Stöße setzen ihm zu. Hier braucht es einen festen, wasserabweisenden Sockelputz, der trotzdem zum Mauerwerk darüber passt. Wie man den Sockel zusätzlich vor Feuchtigkeit schützt, erklärt unser Ratgeber Sockel abdichten.

Wetterseite und schattige Lagen

Auf der Wetterseite und an schattigen Nordseiten bleibt die Fassade länger feucht. Hier bewähren sich Putze, die Regen abweisen und schnell abtrocknen, wie Silikonharzputz, oder mineralische Putze, deren hoher pH-Wert Algen hemmt. Reine Kunstharzputze sind in diesen Lagen anfälliger für grünen Belag. Was gegen Algen hilft, wenn sie schon da sind, lesen Sie in unserem Ratgeber Fassade reinigen: Algen und Grünbelag richtig entfernen.

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Struktur und Körnung mit Mustern auswählen

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Wie lange hält Fassadenputz?

Ein fachgerecht aufgebauter Fassadenputz hält in der Regel mehrere Jahrzehnte. Entscheidend sind weniger die Werbeversprechen auf dem Gebinde als 3 Dinge: ein Putzsystem, das zum Mauerwerk passt, eine saubere Verarbeitung mit ausreichenden Standzeiten zwischen den Schichten und eine Fassade, an der Wasser nicht dauerhaft stehen bleibt.

Der Anstrich auf dem Putz hat eine kürzere Lebensdauer. Bei gutem Untergrund und passendem System sind 10 bis 15 Jahre realistisch, bevor ein neuer Anstrich fällig wird. Ein durchgefärbter Oberputz ohne Anstrich kann deutlich länger ansehnlich bleiben, verliert aber mit der Zeit ebenfalls an Farbtiefe. Welche Farbe zu welchem Putz passt, erklärt unser Ratgeber Welche Fassadenfarbe ist die beste?

Pflege verlängert die Lebensdauer spürbar. Dazu gehört, Risse früh zu schließen, verstopfte Dachrinnen zu reinigen, Bepflanzung auf Abstand zu halten und Grünbelag zu entfernen, bevor er sich tief in die Oberfläche setzt.

Im Raum München verlangt das Klima dem Außenputz einiges ab. Schlagregen von Westen, schnelle Wetterwechsel bei Föhn und lange Frostperioden im Winter belasten vor allem die Wetterseiten. Dringt Wasser über Risse in den Putz und gefriert dort, sprengt es die Oberfläche Stück für Stück auf. Ein Putz, der Regen abweist und zugleich Feuchtigkeit aus der Wand entweichen lässt, ist hier deshalb besonders wichtig.

Durchgefärbt oder gestrichen?

Viele Oberputze gibt es durchgefärbt, also mit der Farbe bereits im Material. Andere werden weiß oder naturfarben aufgetragen und anschließend gestrichen. Beide Wege haben ihre Berechtigung.

Durchgefärbter Putz spart einen Arbeitsgang. Kleine Kratzer oder Abplatzungen fallen weniger auf, weil darunter dieselbe Farbe sitzt. Bei großen Flächen können allerdings leichte Farbunterschiede zwischen einzelnen Arbeitsabschnitten sichtbar werden, besonders bei kräftigen Tönen.

Gestrichener Putz ergibt ein besonders gleichmäßiges Farbbild und lässt sich später leicht im Farbton ändern. Der Anstrich kann zusätzlich Schutz bieten, etwa durch eine wasserabweisende oder algenhemmende Einstellung. Dafür braucht er alle paar Jahre Aufmerksamkeit und nach einigen Jahren einen neuen Anstrich.

Wichtig ist bei beiden Wegen die Trocknungszeit. Als Faustregel gilt etwa 1 Tag je Millimeter Putzdicke, abhängig von Wetter, Temperatur und Putzart. Wird zu früh gestrichen, leidet die Haftung, und es können Flecken entstehen.

Putzschäden erkennen

Viele Schäden am Außenputz beginnen klein und lassen sich günstig beheben, wenn sie früh auffallen. Diese Anzeichen sollten Sie kennen.

Haarrisse. Feine, oft netzartige Risse in der Oberfläche entstehen durch Spannungen beim Trocknen oder durch Temperaturwechsel. Sie sind meist harmlos, sollten aber geschlossen werden, bevor Wasser eindringt.

Breitere Risse. Risse, die durch Putz und Mauerwerk gehen, treppenförmig verlaufen oder breiter werden, deuten auf Bewegungen im Gebäude hin. Hier muss erst die Ursache geklärt werden, bevor der Putz repariert wird.

Hohlstellen. Klingt der Putz beim Abklopfen hohl, hat er sich vom Untergrund gelöst. Kleine Hohlstellen lassen sich ausbessern, großflächige sind ein Zeichen, dass der Putz ersetzt werden muss.

Absanden. Rieselt beim Darüberreiben Sand von der Wand, hat das Bindemittel nachgelassen. Die Oberfläche ist mürbe und hält keinen neuen Anstrich mehr.

Abplatzungen und Ausblühungen. Abgeplatzte Stellen und weiße, salzige Krusten zeigen, dass Feuchtigkeit im Mauerwerk arbeitet. Oft liegt die Ursache am Sockel oder an einem Putz, der zu dicht für die Wand ist.

Ob eine gezielte Reparatur reicht oder die Fassade neu verputzt werden muss, hängt davon ab, wie viel vom alten Putz noch fest sitzt. Sitzt der Großteil fest, lassen sich einzelne Stellen so ausbessern, dass sie nach dem Anstrich nicht mehr auffallen. Klingt der Putz großflächig hohl oder sandet er stark, ist der Neuverputz die dauerhaftere Lösung. Mehr dazu auf unserer Seite zur Fassadensanierung.

Wovon hängen die Kosten für Fassadenputz ab?

Einen Pauschalpreis pro Quadratmeter gibt es beim Verputzen nicht, weil der Aufwand von Haus zu Haus stark schwankt. Diese Punkte bestimmen den Preis.

Der Umfang. Eine Putzreparatur einzelner Stellen kostet deutlich weniger als ein kompletter Neuverputz. Muss der alte Putz erst abgeschlagen werden, kommt dieser Arbeitsgang dazu.

Der Aufbau. Ein neuer Oberputz auf einem tragfähigen Unterputz ist weniger Arbeit als ein vollständiger Aufbau aus Grundierung, Unterputz und Oberputz.

Putzart und Struktur. Ein Scheibenputz ist schneller verarbeitet als ein Kratzputz, der dicker aufgetragen und in einem zusätzlichen Arbeitsgang gekratzt wird. Auch das Bindemittel beeinflusst den Materialpreis.

Der Untergrund. Risse, Hohlstellen und alte Beschichtungen müssen vor dem Verputzen behandelt werden. Je mehr Vorarbeit nötig ist, desto höher der Aufwand.

Gerüst und Anstrich. Ab dem Obergeschoss braucht es ein Fassadengerüst. Kommt danach ein Anstrich, lohnt es sich, beides in einem Durchgang zu planen, damit das Gerüst nur 1 Mal steht.

Eine verlässliche Zahl gibt es erst nach einer Besichtigung. Dabei werden Fläche, Untergrund und gewünschte Struktur geprüft, und daraus entsteht ein Angebot mit allen Positionen.

So läuft das Verputzen einer Fassade ab

Ob Neuverputz oder neue Oberfläche auf einem alten Putz: Der Ablauf folgt immer denselben Schritten. Wer sie kennt, kann ein Angebot besser einschätzen und weiß, warum ein guter Putz Zeit braucht.

Besichtigung und Untergrundprüfung. Am Anfang steht der Blick auf die Wand. Der Fachbetrieb klopft den Altputz ab, prüft Festigkeit und Saugverhalten, sucht Risse und Feuchtestellen und klärt, welches Mauerwerk darunter liegt. Daraus ergibt sich, welches Putzsystem passt.

Gerüst und Schutz. Das Gerüst wird gestellt, Fenster, Türen, Fensterbänke und angrenzende Flächen werden abgeklebt und abgedeckt. Putz spritzt beim Auftragen, und Reste auf Glas oder Stein lassen sich später nur mühsam entfernen.

Vorarbeiten. Lose und hohle Bereiche werden abgeschlagen, Risse geöffnet und geschlossen, Fehlstellen aufgefüllt. Ist der Altputz insgesamt noch fest, aber von vielen feinen Rissen durchzogen, kommt oft eine Armierungsschicht mit eingebettetem Gewebe darüber. Sie überbrückt die Risse und bildet einen gleichmäßigen Untergrund für die neue Oberfläche.

Grundierung und Unterputz. Je nach Untergrund folgt eine Grundierung, danach der Unterputz. Er braucht ausreichend Standzeit, bevor die nächste Schicht kommt. Wer hier abkürzt, riskiert Risse im Oberputz.

Oberputz. Jetzt entsteht die sichtbare Struktur. Gearbeitet wird Fläche für Fläche bis zu einer Kante oder Ecke, damit keine Ansätze sichtbar werden. Die meisten Putze brauchen dabei mindestens 5 °C an Luft und Wand und dürfen weder in praller Sonne noch bei Regen verarbeitet werden.

Trocknen und Anstrich. Nach der Trocknungszeit folgt bei Bedarf der Anstrich. Erst wenn auch er durchgetrocknet ist, wird das Gerüst abgebaut.

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Häufige Fragen zu Fassadenputz-Arten

Welche Putzarten gibt es für außen?

Außenputze werden nach Bindemittel und nach Struktur eingeteilt. Nach dem Bindemittel gibt es Kalkputz, Kalkzementputz, Zementputz, Silikatputz, Silikonharzputz und Kunstharzputz. Nach der Struktur unterscheidet man vor allem Scheibenputz, Reibeputz, Kratzputz, Kellenputz, Modellierputz und Glattputz.

Welcher Außenputz ist der beste?

Den einen besten Außenputz gibt es nicht, entscheidend ist die Passung zum Mauerwerk. Altbauten mit weichem Mauerwerk brauchen diffusionsoffene Kalkputze, Ziegel und Kalksandstein meist Kalkzementputz mit mineralischem oder Silikonharz-Oberputz, gedämmte Fassaden den vom Systemhersteller vorgegebenen Putz. An Wetterseiten bewähren sich Silikonharzputze.

Was ist der Unterschied zwischen Scheibenputz und Reibeputz?

Scheibenputz enthält gleich große, runde Körner und ergibt beim Abreiben eine gleichmäßig körnige Oberfläche ohne Rillen. Reibeputz enthält einzelne gröbere Körner, die beim Abreiben über die Fläche rollen und Rillen ziehen. Eine bekannte Variante des Reibeputzes ist der Münchner Rauputz mit unregelmäßigen Rillen.

Was ist besser: mineralischer Putz oder Kunstharzputz?

Mineralische Putze sind sehr diffusionsoffen und durch ihren hohen pH-Wert wenig anfällig für Algen, dafür weniger elastisch. Kunstharzputze sind elastisch, schlagregenfest und in vielen Farbtönen erhältlich, lassen aber weniger Feuchtigkeit nach außen und neigen auf Schattenseiten eher zu Algen. Für Altbauten sind mineralische Putze meist die bessere Wahl.

Welche Körnung ist für Fassadenputz üblich?

Bei Scheiben- und Reibeputzen sind Körnungen von 1 bis 3 Millimetern üblich, 2 Millimeter gelten oft als Mittelweg. Feine Körnung wirkt ruhig, zeigt aber Unebenheiten stärker. Grobe Körnung kaschiert mehr, bietet Schmutz aber etwas mehr Halt. Bei gedämmten Fassaden geben viele Hersteller eine Mindestkörnung vor.

Muss Fassadenputz gestrichen werden?

Nicht immer. Durchgefärbte Oberputze kommen ohne Anstrich aus. Ein Anstrich sorgt aber für ein besonders gleichmäßiges Farbbild und kann zusätzlichen Schutz bieten. Fein strukturierte Glatt- und Filzputze werden meist gestrichen, weil sie Unebenheiten sonst deutlich zeigen.

Wie lange muss neuer Putz trocknen, bevor gestrichen wird?

Als Faustregel gilt etwa 1 Tag je Millimeter Putzdicke, abhängig von Wetter, Temperatur und Putzart. Wird zu früh gestrichen, leidet die Haftung, und es können Flecken entstehen.

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