Fassade streichen: Temperatur, Wetter und die beste Jahreszeit

Farbe ist ein chemisches Produkt, und Chemie braucht Bedingungen. Genau deshalb ist die Frage, bei welcher Temperatur man eine Fassade streichen darf, keine Kleinigkeit: Wer bei fünf Grad im November oder bei praller Mittagssonne im August streicht, bekommt kein besseres Ergebnis, sondern eines, das früher versagt.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Temperaturen wirklich gelten und warum auch die Nacht zählt, warum Hitze mindestens so problematisch ist wie Kälte, welche Jahreszeit sich am besten eignet und woran Sie erkennen, dass ein Betrieb bei ungeeignetem Wetter streichen will, obwohl er es besser wissen müsste.

Das Wichtigste in Kürze

Die Untergrenze liegt bei etwa 5 Grad Celsius, und zwar durchgehend, auch nachts. Viele Hersteller geben diesen Wert für Luft, Untergrund und Material gleichermaßen vor.

Nach oben wird es ab etwa 30 Grad und bei direkter Sonne auf der Fläche kritisch: Die Farbe trocknet zu schnell an, es drohen Ansätze, Streifen und schlechtere Haftung.

Die beste Zeit ist die trockene Phase von Frühjahr bis Herbst, mit Mai bis Juni und September als idealen Fenstern.

Ebenso wichtig wie die Temperatur: trockener Untergrund, keine Regenprognose für die nächsten Stunden und Arbeiten im Schatten statt in der prallen Sonne.

Bei welcher Temperatur darf man eine Fassade streichen?

Die Faustregel, die praktisch alle Hersteller von Fassadenfarben nennen, lautet: mindestens 5 Grad Celsius. Entscheidend ist dabei ein Detail, das oft übersehen wird: Dieser Wert gilt nicht nur für die Luft, sondern auch für den Untergrund und für das Material selbst, und er muss über die gesamte Trocknungsphase gehalten werden, also auch nachts.

Genau daran scheitern die meisten Spätherbst-Anstriche. Tagsüber zeigt das Thermometer im Oktober zwölf Grad, die Sonne wärmt, alles wirkt bestens. Nachts fällt die Temperatur auf zwei Grad, und die noch nicht durchgehärtete Farbschicht bekommt einen Schaden, den man erst im Frühjahr sieht: matte Stellen, Fleckenbildung, im schlimmsten Fall Ablösungen. Eine Wand speichert außerdem Kälte, sie ist morgens deutlich kälter als die Luft, gerade auf der Nordseite.

Was passiert bei zu niedriger Temperatur? Die Filmbildung, also der Vorgang, bei dem sich die Farbteilchen zu einer geschlossenen, festen Schicht verbinden, läuft unvollständig ab. Das Ergebnis ist eine Schicht, die zwar aussieht wie Farbe, aber nicht die Festigkeit, Haftung und Wetterbeständigkeit erreicht, für die sie gemacht ist. Und sie ist nicht reparierbar, sie muss abgetragen und neu aufgebaut werden.

Kann man bei 30 Grad die Fassade streichen?

Diese Frage bekommen wir im Sommer regelmäßig, und die Antwort überrascht viele: Zu warm ist genauso problematisch wie zu kalt. Ab etwa 30 Grad Lufttemperatur, und vor allem wenn die Sonne direkt auf die Fläche knallt, wird es kritisch.

Der Grund ist das Gegenteil des Kälteproblems: Die Farbe trocknet an der Oberfläche zu schnell, bevor sie sich gleichmäßig verteilen und in den Untergrund verankern konnte. Die typischen Folgen sind sichtbare Ansätze, weil die vorherige Bahn schon angetrocknet ist, wenn die nächste anschließt, Streifen und Wolken im Farbbild, und eine schlechtere Haftung, weil die untere Schicht nicht richtig durchgehärtet ist. Auf einer dunklen Fassade in der Mittagssonne kann die Oberflächentemperatur weit über der Lufttemperatur liegen, dort wird es schon bei deutlich unter 30 Grad Lufttemperatur zu heiß.

Deshalb arbeiten erfahrene Betriebe im Hochsommer mit der Sonne um das Haus herum: morgens die Westseite, nachmittags die Ostseite, immer auf der gerade schattigen Fläche. Das kostet Planung und manchmal einen Tag mehr, aber es ist der Unterschied zwischen einer Fassade, die zehn Jahre gleichmäßig aussieht, und einer, die schon im ersten Sommer fleckig wirkt.

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Die beste Jahreszeit für den Fassadenanstrich

Aus den Temperaturgrenzen ergibt sich das Zeitfenster fast von selbst: April bis Oktober. Innerhalb dieser Spanne sind aber nicht alle Monate gleich gut.

April und Mai sind hervorragend: mild, oft trocken, die Nächte werden zuverlässig frostfrei, und die Sonne ist noch nicht so stark, dass sie die Flächen aufheizt. Wer im Frühjahr streicht, hat außerdem den ganzen Sommer, in dem die Beschichtung vollständig aushärten kann.

Juni bis August funktionieren, verlangen aber Disziplin: Bei Hitzewellen wird auf der Schattenseite gearbeitet, in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden, und bei Gewitterprognose gar nicht. Der Vorteil des Hochsommers sind die langen Tage und die schnelle Trocknung zwischen den Schichten.

September ist für viele Fachbetriebe der beste Monat überhaupt: stabile, milde Temperaturen, wenig Extremhitze, meist trockene Phasen und noch ausreichend warme Nächte. Oktober geht, sofern die Nachttemperaturen mitspielen, hier wird es aber jedes Jahr früher eng.

November bis März sind keine Streichmonate. Wer in dieser Zeit ein Angebot mit sofortigem Ausführungstermin bekommt, sollte hellhörig werden. Die Zeit ist trotzdem nicht verloren, im Gegenteil: Winter ist die ideale Phase für Besichtigung, Angebot und Terminvereinbarung. Die Auftragsbücher guter Betriebe füllen sich für die Saison früh, wer im Januar anfragt, bekommt die besten Termine im Frühjahr.

Regen, Feuchtigkeit und Untergrund

Die Temperatur ist nur die halbe Miete, die andere Hälfte ist Feuchtigkeit. Drei Regeln gelten unabhängig vom Thermometer:

Der Untergrund muss trocken sein. Nach einem Regentag braucht eine Fassade Zeit zum Abtrocknen, je nach Putzart, Sonneneinstrahlung und Wind. Auf feuchtem Untergrund haftet Farbe schlecht, und eingeschlossene Feuchtigkeit kann später zu Blasen und Ablösungen führen.

Es darf in den Stunden nach dem Anstrich nicht regnen. Frische Farbe ist regenempfindlich, bis sie durchgetrocknet ist. Ein Schauer wäscht sie im schlimmsten Fall teilweise ab oder hinterlässt bleibende Laufspuren auf der Fläche. Deshalb schaut jeder gute Maler morgens auf die Stundenprognose, nicht nur auf das Wochenwetter.

Morgentau zählt als Nässe. Im Frühjahr und Herbst sind Fassaden am frühen Morgen oft beschlagen, obwohl es nicht geregnet hat. Wer dann anfängt, streicht auf einen feuchten Film. Deshalb starten Fassadenarbeiten in diesen Monaten später am Vormittag.

Fassadenanstrich im Münchner Umland: was das Klima verlangt

Zwischen dem Landkreis Fürstenfeldbruck und München sind die Bedingungen für Fassadenarbeiten eigen: Der Föhn bringt im Frühjahr und Herbst ungewöhnlich warme, sehr trockene Tage, die sich hervorragend zum Streichen eignen, aber intensive Sonneneinstrahlung mitbringen. Im Sommer sind kräftige, oft kurzfristig aufziehende Gewitter typisch, weshalb hier die Stundenprognose wichtiger ist als anderswo. Und der Winter beginnt mit Nachtfrösten früher und endet später als im Norden Deutschlands, das Zeitfenster ist also etwas kürzer.

Für die Praxis heißt das: Wer seine Fassade in Germering, Puchheim, Gröbenzell oder im Münchner Westen streichen lassen will, sollte früh anfragen und dem Betrieb die Freiheit lassen, den genauen Starttermin ans Wetter anzupassen. Die Fassaden Schmid GmbH plant genau so: verbindliches Zeitfenster, aber Ausführung dann, wenn die Bedingungen stimmen.

Woran Sie erkennen, dass jemand gegen das Wetter arbeitet

Ein Betrieb, der im November einen sofortigen Fassadenanstrich anbietet, ohne die Temperaturfrage überhaupt anzusprechen, hat entweder keine Aufträge oder kein Interesse an der Haltbarkeit. Genauso bei prallem Hochsommer: Wer mittags auf der Südseite streicht, statt die Seiten nach Sonnenstand zu takten, arbeitet schnell, aber nicht gut.

Die einfache Gegenprobe: Fragen Sie beim Angebotsgespräch, wie der Betrieb mit Wetterrisiken umgeht und was passiert, wenn es während der Arbeiten regnet oder zu heiß wird. Wer darauf eine konkrete Antwort hat, weiß, was er tut. Wer die Frage abwiegelt, sagt Ihnen damit auch etwas.

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Häufige Fragen zu Temperatur und Wetter

Bei welcher Temperatur kann man eine Fassade streichen?

Als Untergrenze gelten etwa 5 Grad Celsius, und zwar für Luft, Untergrund und Material sowie durchgehend über die gesamte Trocknungsphase, also auch nachts. Nach oben wird es ab etwa 30 Grad und bei direkter Sonne auf der Fläche kritisch.

Kann man bei 30 Grad die Fassade streichen?

Besser nicht auf der besonnten Seite: Die Farbe trocknet zu schnell an, es drohen Ansätze, Streifen und schlechtere Haftung. Fachbetriebe arbeiten bei Hitze mit der Sonne um das Haus herum, also immer auf der gerade schattigen Fläche, und legen die Arbeiten in die kühleren Tagesrandzeiten.

Wann ist die beste Jahreszeit für den Fassadenanstrich?

April bis Oktober, mit Mai, Juni und September als besten Monaten: mild, meist trocken, frostfreie Nächte und keine Extremhitze. November bis März eignen sich nicht zum Streichen, dafür ideal für Besichtigung und Terminvereinbarung.

Wie lange muss es nach dem Streichen trocken bleiben?

Bis die frische Beschichtung regenfest ist, vergehen je nach Produkt, Temperatur und Luftfeuchtigkeit einige Stunden. Deshalb wird vor Arbeitsbeginn die Stundenprognose geprüft und bei angekündigten Schauern nicht angefangen.

Kann man im Winter die Fassade streichen?

In der Regel nicht: Unter etwa 5 Grad, bei Frost oder auf feuchtem Untergrund härtet die Farbe nicht richtig aus, was Haftung und Lebensdauer dauerhaft beeinträchtigt. Der Winter ist aber die beste Zeit, um Angebote einzuholen und sich einen guten Frühjahrstermin zu sichern.

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